Anakena & Ohave

Anakena – ein mystischer Ort mit Südseestrand

Die Bucht von Anakena hat eine ganz eigene Aura. Es ist zunächst die geschichtsträchtigste Stelle der Insel, wo einst die ersten Fremden den Fuß auf die Insel setzten. Der wieder aufgerichtete Ahu Nau Nau, wo die Moais ihre Pukao erhielten und die von  der Kon-Tiki-Expedition aufgestellte Statue tragen zu dem Zauber der Bucht ebenso bei, wie Fragmente von älteren Statuen,  die wie in einem Museum aufgestellt wurden und zu besichtigen sind.

 

Beim ersten Besuch im Jahr 2003 waren hier nur Sand und Palmen. 2007 hatte man schon den Touristen Rechnung getragen. Es gibt jetzt hier Kioske zur Versorgung mit Lebensmitteln und Souvenirs. Für die Besucher hat man Tische und Stühle aufgestellt. 

 

Nachdem am Nachbartisch, knapp neben dem Kopf eines Gastes, eine schwere Kokosnuss herunter rauschte, haben wir das kühle Getränk wegen der Blicke nach oben, nicht mehr so recht genießen können.

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Der weiße Strand in der Bucht von Anakena im Jahr 2003.

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So sah der Strand von Anakena nur ein Jahr später, also 2004 aus. 

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Um der Bucht von Anakena ein bisschen Südseeflair zu verpassen wurden hier schon 1960 einige Dutzend Kokospalmen gepflanzt. Der schöne Sand stammt von abgestorbenen Korallenbänken vor der Küste und bedeckt je nach den vorherrschenden Meeresströmungen die Bucht mehr oder weniger. Wir haben schon die unterschiedlichsten Ausdehnungen des Sandes beobachten können. 

Foto: Moritz Hertel

Das Schwimmen ist das ganze Jahr über in dem 20 Grad warmen Meerwasser ungefährlich. Haifische wurden in der Nähe des Sandstrandes noch nie gesichtet. 

 

Die Bucht von Anakena muss nach den schönen, aber mythischen Erzählungen ein sehr geschichtsträchtiger Ort sein. Genau hier soll einst der legendäre König der Insel Hotu Matua an Land gegangen sein.

 

Etwa so wird die Story erzählt: 

Die Bewohner einer bis heute nicht eindeutig identifizierten Insel Namens Hiva mussten einst neues Land suchen, da ihre Insel im Meer zu versinken drohte. Nach einem Traum, der ihm eine neue Insel zeigte, schickte Hotu Matua zunächst Kundschafter auf dieses unbekannte und tausende Kilometer entfernte Eiland. 

 

Aus Erzählungen meist sehr alter Einwohner Anfang des 20. Jahrhundert haben einige Wissenschaftler die genannte Story aufgeschrieben. Die Informanten mussten allerdings ein sehr gutes Gedächtnis und viel Phantasie gehabt haben, dass sie sich an über mindestens 700 Jahre alte Informationen von Ereignissen, die es so offenbar nie gegeben hat, erinnerten.

Der Ahu Nau Nau

In der Bucht von Anakena dominiert der Ahu Nau Nau.

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Der Ahu Nau Nau am Strand von Anakena. 

Foto: Moritz Hertel

Dieser Ahu weist einige Besonderheiten auf, die wir uns hier anschauen wollen. Man nimmt an, dass seit dem Jahr 800 an diesem Ahu gebaut wurde. Die Experten wollen in dem Bauwerk mindestens sechs Bauphasen entdeckt haben.

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In der zum Meer gewandten Seite der Mauer befinden sich auf den Steinen Schriftzeichen, eine menschen- oder affenähnliche Figur und auch der Kopf eines älteren Moai.

Foto: Peter Hertel

Der Ahu wurde im Jahr 1978 restauriert. Dabei hatte das Team des Archäologen Sergio Rapu die Bruchstücke eines Moai-Auge entdeckt. In unserem Film „Die Osterinsel – Heimat der Riesen“ findet Ihr ein Interview mit ihm.

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Im Museum auf der Osterinsel werden die Reste des von Sergio Rapu gefundenen Auges heute ausgestellt.

Die Augen sind aus Koralle gefertigt. Die Pupille wurde aus dem gleichen roten Tuffstein wie die Pukaos hergestellt. Sicher ist, dass die Augenvertiefungen in den Statuen nicht schon im Steinbruch ausgehöhlt wurden, sondern erst, wenn ein Moai bereits auf seinem Ahu stand. Allen Moais, die den Transport nicht überlebten, fehlen deshalb die fertigen Augenhöhlen. 

 

In den vergangenen Jahren sind noch mehr Reste von Augen, über die Insel verstreut, gefunden worden. Die geringe Zahl der Funde lässt allerdings den Schluss zu, das es keineswegs geplant war allen Moais Augen zu verpassen.

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In einen Moai der Anlage Tahai (Ahu Ko Te Riku), nahe Hanga Roa, wurden zwei Augen eingesetzt, um die Wirkung der „sehenden“ Moais zu zeigen. Sie ist zweifellos beeindruckend. Folgt man der Rekonstruktion, dann haben die Moais nicht auf ihr Dorf, sondern interessanterweise in den Himmel geschaut.

Foto: Peter Hertel

Die zweite Ahu-Plattform in Anakena

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In der Bucht von Anakena befindet sich noch östlich neben dem Ahu Nau Nau eine weitere Plattform namens Ahu Ature-Huki mit nur einem Moai. Im Bild Lazarus (li.) von der Atansippe und Thor Heyerdahl (re) im Jahr 1956.

Foto: Archiv Heyerdahl

Im Rahmen der Heyerdahlexpedition 1955/56 gelang es mit Hilfe der Männer der Atansippe den umgestürzten Moai wieder ohne Hilfe moderner Technik aufzurichten. 

Die Ohavebucht - der Tauchtipp

Wenn wir einmal hier sind, sollten wir die Zufahrtsstraße nach Anakena ein Stück zurück fahren, dann links abbiegen und die neben Anakena liegenden Bucht Ohave besuchen. 

In der Ovahebucht baden selten Touristen,  hier ist man ziemlich ungestört

 

Der Strand ist wie anderswo auch hier ziemlich steinig, nur in der Bucht findet man ein schmales Stück Sandstrand.

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Die kleinere Ohavebucht liegt etwas östlich von Anakena.

Foto: Peter Hertel

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In östlicher Richtung sieht man von der Ohavebucht das Poikeplateau.

Foto: Peter Hertel

Von hier aus starten, weil ziemlich ungestört, die Tauchexkursionen der örtlichen Anbieter. Man sollte sich aus Sicherheitsgründen immer deren Hilfe anvertrauen, die gesamte Ausrüstung und der Tauchlehrer werden gestellt.

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Erfahrene Tauchlehrer begleiten hier die Touristen mit Tauchschein. Tim war mutig und hat es nicht bereut. In einigen Metern Tiefe hatte der Tauchlehrer einen Seeigel aufgeschlagen und es kamen eine Unmenge bunter Fische, um hier zu fressen.

Foto: Peter Hertel

Am Strand von Ohave ist auch sehr deutlich die Kraft der Wogen des Pazifiks zu sehen.

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In den Buchten Anakena und Ohave verändert das Meer nicht nur die Lage des Sandes, sondern richtet an den Uferböschungen teilweise auch große Schäden an. Das Foto wurde 2010 aufgenommen.

Foto: Peter Hertel