Wichtige Personen auf der Osterinsel

Auf dieser Seite findet Ihr die Biographien von für die Osterinsel wichtiger Personen

Carl Friedrich Behrens

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Grafik: Plischke, Leipzig 1923

Geboren im Jahr 1701 betrat der damals erst 21 Jahre alte Rostocker am 9. April 1722 als erster Europäer die Osterinsel. 

Der mecklenburgische Korporal gehörte zur Besatzung des holländischen Admirals Jacob Roggeveen, der mit drei Schiffen im Auftrag der Westindischen Handelsgesellschaft auf der Suche nach dem Südkontinent am Ostersonntag, dem 5. April 1722 die polynesische Insel Rapa Nui entdeckte, die er „Paasch Eylandt" - Osterinsel, nannte. 

Roggeveen selbst, zum Zeitpunkt der Expedition bereits über 60 Jahre alt, setzte nie einen Fuß auf die Osterinsel. 

1735 erschien die in Leipzig verlegte Reisebeschreibung von Carl Friedrich Behrens, die zwei Jahre später erneut aufgelegt wurde. Sie wurde auch in französischer Sprache veröffentlicht und war „Bestseller“ ihrer Zeit.

James Cook

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Gemälde: William Hodges

Seine Geburt ist im Pfarrregister von St. Cuthbert in Yorkshire, verzeichnet mit dem Eintrag  27. Oktober 1728. James, Sohn des Tagelöhners James Cook und seiner Frau Grace. Der Knabe, eines von neun Kindern, durfte auf Kosten des Dienstherrn seines Vaters die Dorfschule besuchen und hatte entsprechende Kenntnisse im Lesen, Rechnen, Schreiben und der Arithmetik. Als er siebzehn Jahre alt war, wurde er auf Wunsch seines Vaters Gehilfe in einer Gemischtwarenhandlung.
Cooks seemännische Laufbahn begann im Alter von 18 Jahren auf Kohletransportschiffen zwischen Newcastle und London. Seine Fähigkeiten brachten ihn zwar gut voran, er wechselte aber Mitte 1754 unter finanziellen Einbußen zur Royal Navy. Von 1764 bis zum Ende des Jahres 1767 hatte er für seine Vermessungsarbeit durch die Vermittlung von Sir Hugh Palliser, damals Gouverneur von Neufundland, das Kommando über den kleinen Schoner Grenville erhalten, den er auch mehrmals und schnell über den Atlantik segelte, was seine Qualitäten als Seemann bewies. Während der Winterzeit war er nämlich im Auftrag der Admiralität in England mit dem Erarbeiten von Seekarten und Segelhandbüchern anhand seiner Messdaten vom Sommer befasst. Sein Ruf als Schiffsführer und Kartograf brachte dem ehrgeizigen jungen Leutnant die Berufung zur berühmten Pazifikreise ein. Nachdem die Besatzung der Endeavour am 28. April 1770 in der Botany Bay als erste Europäer die Ostküste Australiens betreten hatte, segelte er nordwärts, weiterhin kartografische Informationen sammelnd. 

 

Die zweite Südseereise begann am 13. Juli 1772 in Plymouth. Cook nahm über Kapstadt, wo er ab Ende Oktober einen dreiwöchigen Aufenthalt einlegte, Kurs auf Kap Circumcision auf rund 54 Grad Süd. Am 51. Breitengrad traf man zum ersten Mal auf Eisberge. Am dritten Januar 1773 stand man etwa fünf Grad südlicher als das von Bouvet entdeckte Festland. Da der Südwinter näher rückte, bewegte Cook sich danach auf die Tropen zu. Am 2. August stand er nahe der von Carteret angegebenen Position Pitcairns, doch dort lag die Insel mit Sicherheit nicht.  Anfang September segelte er weiter und traf Anfang Oktober bei den Tongainseln ein, wo er sehr freundlich bewirtet wurde, was ihn zur Bezeichnung Freundschaftsinseln veranlasste.  
Er wandte sich wieder Richtung Neuseeland, das er am 21. September sichtete.  Cook erreichte am 11. März 1773 die Osterinsel, notierte dort "Trinkwasser, so schlecht, kaum wert, an Bord gebracht zu werden", und segelte durch die Tuamotus und Melanesien nochmals nach Tahiti (22. April), den Neuen Hebriden, und nochmals Neuseeland, wobei er noch Neukaledonien entdeckte. 

Nach der HMS Adventure befragt, wichen die neuseeländischen Maori aus. Später stellte sich heraus, dass ein Landungsboot mit elf Männern angegriffen, die Männer getötet und möglicherweise verzehrt worden waren. 

Die HMS Adventure hatte Ende 1773 Neuseeland verlassen und war im Juli 1774 um Kap Hoorn segelnd in England angelangt. Sie hatte damit als erste die Erde auf östlichem Kurs umsegelt.
Cook entdeckte am 24. Dezember 1777 Christmas Island und beobachtete am 30. Dezember eine weitere Sonnenfinsternis auf Eclipse Island. 
Als ihn der Winter aus den hohen Breiten vertrieb, nahm Cook am 26. Oktober 1778 wieder Kurs auf die Sandwichinseln (Hawaii), wo er Ende Dezember in der Kelakekua-Bucht anlangte, zum Zeitpunkt eines Festes zu Ehren des Gottes Lono.  

Ob er für den Gott selbst gehalten wurde, ist ein langjähriges Streitthema. Fest steht, dass seine Mannschaft durch ihr Verhalten die Einheimischen bald eines anderen belehrte. Spätestens als ein verstorbener Matrose an einem Platz beerdigt wurde, der nur Häuptlingen zustand, muss sich die Einstellung der Hawaiier gegen ihre Gäste gewendet haben. Da Cook zwei Tage später, am 4. Februar, aufbrach, kam es nicht mehr zu Tätlichkeiten. Als er jedoch am 11. Februar wieder zurückkehrte, um einen im Sturm beschädigten Mast der HMS Resolution zu ersetzen, waren die Beziehungen ruiniert. Es kam zu mehreren Diebstählen, und den Versuch, den König dafür als Geisel zu nehmen, bezahlte Cook am 14. Februar 1779 mit seinem Leben.

Claudio P. Cristino

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Foto: Universidad de Chile

Claudio Cristino war  20 Jahre als Archäologe auf der Osterinsel tätig.
Er ist Dozent für Vorgeschichte an der Chilenischen Universität, stellte Studien über die Osterinsel an, arbeitete mit dem Amt für Archäologie von Französisch-Polynesien zusammen und ist Direktor der Ostpazifik Forschungsgemeinschaft (Maryland/USA), welche wissenschaftliche Projekte im Ostpazifik finanziert.

 

Cristinos Verbindung zur Osterinsel kam 1976 zustande, als er nach beendetem Studium sich an der Rekonstruktion des Vogelkultzentrums Orongo beteiligte. 

In den drauffolgenden Jahren grub er aus, restaurierte den Ahu o Kava und viele andere Zeremonialstätten. 1978 gründete er das Institut für Osterinselstudien an der Universität Chile und agierte als dessen erster Direktor bis 1985. Von der Mitte der 80iger Jahre bis 1990, lebte und arbeitete er in französisch Polynesien und trug zur Organisation der archäologischen Übersicht dieser Inseln bei. 

Cristino war Museumsdirektor auf der Osterinsel und wurde bei den Dreharbeiten zu dem Film „Rapa-Nui“ von Hollywood als Berater beschäftigt, war aber mit diesem Job nicht zufrieden, weil man wenig auf seinen Rat Wert legte.
 

1992 bekam er den Auftrag zur Rekonstruktion des Ahu Tongariki (bis 1997). Danach veröffentlichte er mehrere Arbeiten über Anthropologie, Ethnologie und Ethnogeschichte der Osterinsel. Claudio Cristino lebte im Sommer 2007 in Santiago de Chile.

Edmundo Edwards

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Foto: Universidad de Chile

Edmundo Edwards hat seit 1960 auf der Osterinsel gelebt und war als Archäologie und Ethnohistoriker tätig. 1960 arbeitete er als Volontär mit Professor William Mulloy an der Restauration des Ahu Akivi. Eine der meist besuchtesten Moaisstätten.

 

Im Jahr 1977 war er Mitgründer des Institutes für Osterinselstudien an der Universität Chile, wo er als Ethnoarchäologe bis 1985 gearbeitet hatte. Edwards hielt in mehreren  Ländern und in mehr als an 30 Universitäten und Museen quer durch die Vereinigten Staaten Vorträge. Außerdem verfasste er zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten über Ostpolynesien und unterrichtete parallel dazu Anthropologie, Ethnologie, Ethnogeschichte, Ethnoarchäologie und Ethnoastronomie. 

Im Jahr 2000 war Vizepräsident der Eastern Pacific Research Foundation. Er war ebenfalls Mitbegründer der Ostpazifik Forschungsgemeinschaft (Maryland/USA), welche wissenschaftliche Projekte im Ostpazifik finanziert.

Sebastian Anton Franz Englert

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Museum Sebastian Englert (Hango Roa)

Pater Sebastian Englert (geboren am 17. November 1888 in Dillingen, gestorben am 8. Januar 1969 in New Orleans) war ein deutscher Missionar und Forscher. 

Getauft auf den Namen Anton Franz lebte er in seiner Schulzeit in Eichstätt und Burghausen. 1907 trat er dem Kapuzinerorden der Franziskaner bei und erhielt dort seinen Ordensnamen Sebastian. 

Er studierte Philosophie und Theologie in Dillingen. Seine Priesterweihe fand 1912 statt. Im ersten Weltkrieg diente er als Feldgeistlicher in Frankreich und Belgien. Nach dem Krieg wirkte er fünf Jahre lang als Kaplan in München-Schwabing. 

1922 ging Englert auf eigenen Wunsch als Missionar nach Chile zu den Araukanern, einem Indianervolk in den südlichen Anden. Ab 1935 war er bis zu seinem Tod Missionspriester auf der Osterinsel.

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Museum Sebastian Englert (Hango Roa)

Neben seinem Wirken als Missionar betätigte sich Englert vor allem auch als Erforscher der Sprache und Kulturgeschichte der Osterinsel. 

Sebastian Englert publizierte mehrere Bücher, darunter sein Hauptwerk La Tierra de Hotu Matu´a das 1948 in Chile veröffentlicht wurde.

 

Das Buch ist eine Studie der Geschichte, Archäologie, Ethnologie und Sprache der Osterinsel. Wegen seinem Engagement für die Eingeborenen, besonders für die Leprakranken und seiner gleichzeitigen Autorität genoss Englert ein hohes Ansehen. 

1963 erhielt er das Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse. Sebastian Englert hat Wesentliches zur Erhaltung der alten Kultur und seiner Relikte beigetragen. Sein Namen trägt heute das einzige Museum der Osterinsel.

Wilhelm Geiseler

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Bild: not protected by copyright

Kapitän zur See, Kapitänleutnant, Kommandant S.M. Kanonenboot „Hyäne“, berichtetet über die ethnologische Untersuchung der Osterinsel an den Chef der Kaiserlichen Admiralität. 

 

In einem nur fünftägigem Aufenthalt werden erste anthropologische Untersuchungen durch Prof. Bastian vom Deutschen Kaiserlichen Museum durchgeführt. 

Die Expedition fertigte wichtige Zeichnungen für die Forschung an. 

 

25.1.1888 wird im Militärwochenblatt berichtet, dass der Korvettenkapitän Geiseler mit dem Roten-Adler-Orden der 4. Klasse und dem Kronenordnung 3. Klasse und dem Dienstauszeichnungskreuz ausgezeichnet wurde.  am 30. März: zum Artillerieoffizier vom Platz und zum Vorstand des Artilleriedepots Wilhelmshaven ernannt.1890 provisorische Übernahme der Stellung des Gouverneurs der Insel Helgoland. 

Hans Helfritz

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Bild: hanshelfritz.de

Geboren am  25. Juli 1902 in Hilbersdorf bei Chemnitz, gestorben am 21. Oktober 1995 in Duisburg, begann Hans Helfritz auf Drängen seiner Eltern eine Lehre als Bankkaufmann, die er jedoch bald abbrach, um in Berlin und Wien ein Studium von Musik und Musikwissenschaft zu beginnen. Angeregt von seinem Lehrer Erich von Hornbostel bereiste er 1930 Ägypten, Palästina, Syrien und den Irak, um Volksmusik für musikethnologische Forschungen zu sammeln. 1935 reiste er dazu nach Indien, Sri Lanka, Malaysia, in die Republik China und Singapur. 

 

Helfritz drehte weiterhin im Auftrag der Ufa Filme über den Jemen und Mexiko. Dabei umging er bewusst die von Joseph Goebbels verordnete Richtlinie, fremde Völker als kulturell minderwertig darzustellen. 1939 floh Helfritz, dessen Homosexualität und politische Haltung ihm die Feindschaft des NS-Staates eingebracht hatten, zunächst nach Brasilien und Bolivien, bevor er sich in Chile niederließ. Als offizieller Fotograf nahm Helfritz an der chilenischen Antarktis-Expedition teil. Ende der 1940er Jahre wurde er chilenischer Staatsbürger. Nachdem Helfritz in den 1950er Jahren Mittelamerika und Westafrika archäologisch und ethnologisch erkundet hatte, veränderte er seine Tätigkeit zunächst zum Reiseleiter, dann zum Vortragsreisenden. 1959 ließ er sich auf Ibiza nieder.
Als Schriftsteller wurde Hans Helfritz vor allem durch zahlreiche Reiseberichte bekannt. Seine Veröffentlichungen reichten vom Jugendbuch bis zu kunsthistorischen und ethnologischen Darstellungen außereuropäischer Völker. Als Fotograf hinterließ er ein Werk von über 80.000 Aufnahmen.
Als Komponist begann Helfritz angeregt von der atonalen Musik Arnold Schönbergs, vom Jazz und der Sprache Paul Hindemiths, dessen Schüler er auch kurzzeitig war. Eine weitere Zusammenarbeit in den 30er Jahren verband ihn mit Carl Orff. Hellfritz beschäftigte sich früh mit den damals neuartigen Formen der Radio- und Filmmusik, seine Filme stattete er mit eigener Musik aus. Helfritz' Stil zeichnet sich durch große Klarheit in Satz und Instrumentation aus, er bevorzugte kleine Ensembles und die Technik des linearen Kontrapunkts. Er starb 1995 in Duisburg.

Thor Heyerdahl

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Archiv Heyerdahl

Thor Heyerdahl beteiligte sich an vielen Expeditionen und archäologischen Projekten. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er überwiegend auf Teneriffa, wo er die Pyramiden von Güímar erforschte. 

Heyerdahl wurde mit zahlreichen Medaillen und Preisen ausgezeichnet. Universitäten in Europa, Nord- und Südamerika verliehen ihm insgesamt 11 Ehrendoktortitel.

 

In einer archäologische Expedition (1955 - 1956) forschte Thor Heyerdahl mit mehreren Wissenschaftlern auf der Osterinsel. Er nahm an, dass es mindestens zwei Einwanderungswellen gab. Eine erste kleinere aus Südamerika und eine zweite größere aus Polynesien. Diese Theorie stützte er darauf, dass das Schilf, das man am Titicacasee (im heutigen Peru) für die Boote verwendete Scirpus totora, identisch ist mit dem Schilf, das das Osterinselvolk im Kratersee anpflanzte.

 

Ebenfalls aus Südamerika stammt der toro-mira-Baum, Lycium carolinianum (Busch mit essbaren Beeren), Cyperus vegetus (mit essbaren Wurzeln) und Polygonum acuminatum (eine Süßwasserpflanze, die in Peru und auf der Osterinsel medizinisch verwendet wird). Auch war die wichtigste Pflanze der Osterinsel die Süßkartoffel, von den Insulanern Kumara genannt. Botaniker haben bewiesen, dass die Pflanze südamerikanischer Herkunft ist. Der Name Kumara wurde auch von den Indianern Perus verwendet. Flaschenkürbis und Chilipfeffer, Capsicum, sind weitere südamerikanische Pflanzen, die auf der Osterinsel verwendet wurden.

Es ist belegt, dass der spanische Kapitän de Cadres im 16. Jahrhundert von einem Indianer die genaue Segelanweisung zu der Osterinsel bekam. Genannt werden die am besten geeigneten Häfen für den Start, Arica und Ilo; weiter die Dauer bis zu dem unbewohnten Vogeleiland Sala y Gómez, zwei Monate. Dann muss diese Insel links liegen gelassen werden. Die Reise wird vom Passatwind und vom südlichen Bogen des äußeren Peru-Stromes begünstigt.

Zwar bestehen aus den genannten Gründen keine Zweifel an indianischen Kontakten zur Osterinsel. Neuere archäologische, genetische und sprachwissenschaftliche Erkenntnisse haben jedoch die Theorie der erstmaligen Besiedelung der Insel von Südamerika aus widerlegt.

Heyerdahl führte auch einige praktische Experimente mit den Moais durch. Diese waren bei seiner Ankunft größtenteils umgestürzt und halb vergraben beziehungsweise unvollendet. Er ließ eine Gruppe von Insulanern mit den in den Steinbrüchen gefundenen Faustkeilen an den unvollendeten Steinfiguren arbeiten und eine vollendete Statue an der Küste aufrichten. 

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Thor Heyerdahl starb am 18. April 2002 in seinem Haus in Colla Micheri. Auf seinen Wunsch hin fand er seine letzte Ruhestätte oberhalb des Ortes in der Nähe eines uralten Vermessungsturmes. Foto: Peter Hertel

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In Colla Micheri hat sich Thor Heyerdahl die Sehnsucht nach Meer und den Bergen gleichermaßen erfüllen können. Von seinem Grab hat man einen herrlichen Blick auf die Ligurische Küste. Foto: Peter Hertel

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Das Wohnhaus von Thor Heyerdahl in Colla Micheri wurde später von seinem Sohn bewohnt. Foto: Peter Hertel

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Inschrift auf der Sonnenuhr an der Kirche von Colla Micheri:

"Fragst du mich, was die Stunde schlägt, so sag ich es Dir gleich. Es ist Zeit für einen ehrlichen Mann zu arbeiten". Foto: Peter Hertel

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Foto: Peter Hertel

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Colla Micheri bietet dem Besucher idyllische Ansichten und ist Dank der Bemühungen Thor Heyerdahls wieder-

erstanden. Foto: Peter Hertel

Pierre Loti alias Julien Viaud

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Bild: Archiv Loti

Der französische Marineoffizier und Autor von Abenteuerromanen war vermutlich der exzentrischste Besucher der Osterinsel. 

Er kam mit dem französischen Kriegsschiff „La Flore“ am 7. Januar 1872 auf die Insel. (siehe Geschichte, 1872) 

Pierre Loti wurde in Rochefort sur Mer am 14.1.1850 als Julien Viaud geboren. Er starb am 10. Juni 1923 im Alter von 73 Jahren in Hendaye. Den Namen Loti erhielt er 1872 von der Königin Pomare IV. von Tahiti, wo er sein Herz an die schöne Rarahu verloren hatte. 

Sein Künstlername bezieht sich auf eine Blume oder seine gerötete Haut „Roti“. 

Seine 19 Jahre ältere Schwester Marie schulte seine zeichnerischen Fähigkeiten, mit denen er seine Reiseerlebnisse in Amerika, Polynesien, Türkei und Senegal illustrierten. 

Einige phantastisch anmutende Bilder stammen von der Osterinsel. Loti thematisiert immer wieder in seinen Werken Todessehnsucht und Lebensgier, das hat ihn sein ganze Leben angetrieben.

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Die eher unscheinbare Fassade in der Lotistraße von Rochefort verbirgt die Schätze und Abenteuer eines Weltreisenden. Foto: Peter Hertel

Der Schriftsteller und Weltreisende wurde mit 41 Jahren zum damals jüngsten Mitglied der „Académie Francaise“ gewählt. Er schrieb über 40 Werke. 

1886 heiratete er Blanche Franc de Ferriére (1859-1940). 

Die Mutter und seine Kusinen suchten sie nach den von ihm aufgestellten Kriterien aus: protestantisch, aus gutem Hause, reich und kleiner als 1,63 Meter (seine Größe)! 

Als Marineoffizier und Kapitän zur See war Viaud 42 Jahre und drei Monate tätig, davon lebte er beinahe 20 Jahre auf See. Er war unter anderem Kommandant der Javelot. 

Am 26. April 1922 erhielt Loti die Großkreuzverdienstmedaille der Ehrenlegion. Sein Haus in Rochefort lag im besonders am Herzen. Loti investierte viel Geld, Zeit und Reiseandenken.

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Foto: Peter Hertel

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Foto: Peter Hertel

So entstanden ein roter Salon mit den Porträts der Familienangehörigen, der blaue Salon mit einem Flügel als Arbeits- und Wohnzimmer, der Renaissancesaal mit Tribüne, einer schlossähnlichen Treppe, ein Mittelaltersaal, das schlichte Schlafzimmer, eine Moschee , der türkische Salon und ein arabisches Zimmer. Für ihn war das ein Mittel der Zerstreuung, eine Möglichkeit der Monotonie zu entfliehen und sich dem orientalischen Ambiente anzupassen – also im Innern seines Hauses seine Reisen fortzuführen.

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Die blaue Moschee mit Teilen aus einer echten, durch einen Brand zerstörten Moschee. Foto: Peter Hertel

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Foto: Peter Hertel

Loti fühlte sich in vielen Rollen wohl und hatte durch eine Freundin eine besondere Beziehung zur Türkei. Foto: Peter Hertel

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Bild: Archiv Loti

Bild: Archiv Loti

„Lotis Leben war ein einziger Karneval, als Bretone in seiner japanischen Pagode und als Türke in einem bretonischen Zimmer“, schrieb Edmond de Goncourt. Im Hotel de la Rhune in Ascain schrieb Loti seinen Roman „Ramuntcho“ in dem er die Geschichte eines Pelota-Spielers erzählt. An der Rue Pierre Loti in Rochefort-sur-mer steht noch immer das exzentrisch-orientalisch eingerichtete Geburts- und Wohnhaus von Pierre Loti (1850-1923) und ist zu besichtigen. (17300 Rochefort, Rue Pierre Loti 141) Sein Sohn Samuel hatte das Vaterhaus 1969 der Stadt Rochefort verkauft und damit die Einrichtung des Museums ermöglicht. 

Alfred Metraux

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Foto: Merlin Verlag

Alfred Metraux (1902-1963) gilt als einer der bedeutendsten europäischen Ethnologen und Soziologen des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 5. November 1902 in Lausanne (Schweiz) geboren. Metraux studierte unter dem Ethnologen Paul Niet und war einer der ersten, der das Leben und die Kultur südamerikanischer Eingeborener erforschte. Zusammen mit seiner Frau Rhoda, arbeitete er in Südamerika, Haiti und auf der Osterinsel. 

 

1928 bis 1934 leitete Metraux das Ethnologische Institut an der Universtät von Tucuman.

1934 begann er gemeinsam mit Lavachery seine Forschungen auf der Osterinsel. Er kam zur Auffassung, dass die Eingeborenen polynesischen Ursprungs waren und dass die unglaublichen Steinskulpturen von der Urbevölkerung stammen. Den Beweis führte er mit in den Ahu-Plattformen eingebauten Lochsteinen aus den Fundamenten der Bootshäuser.

1936 bis 1938 arbeitete er am Bishop Museum von Honululu, reiste 1939 wieder nach Südamerika. Anschließend arbeitete er im Amazonasgebiet und auf Haiti.

Alfred Metrauxs Leben ging tragisch zu Ende, als er sich am 12. April 1963 in Valle de Chevreuse (Frankreich) das Leben nahm. Sein Lebenswerk, die Erforschung des Wissens verlorener Kulturen, wird  für immer einen gebührenden Platz einnehmen. Er wird als Wissenschaftler gewürdigt, dem es gelang, andere Gesellschaften „vor den Augen des Lesers zum Leben zu erwecken“. Der erste Band seiner Reisetagebücher (1935 –1953) erschien in Paris 1978.

William Mulloy

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Bild: not protected by copyright

William Mulloy (1917 – 1978) kam mit der Heyerdahl-Expedition 1955 das erste Mal auf die Osterinsel. Die Archäologie der Insel hatte in so fasziniert, dass er beschloss, auch zukünftig weiter an der Erforschung der Inselkultur zu arbeiten. 1960 war er entscheidend am Wiederaufbau des Ahu Akivi beteiligt und gemeinsam mit Ayres rekonstruierte er 1968 den Ahu Vai Ure bei Tahai.

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Die Karte zeichnete William Mulloy. Bild: not protected by copyright

Die William Mulloy Bibliothek früher am Fonck Museum in Viña Del Mar, Chile untergebracht,  befindet sich jetzt am Sebastian Englert Museum für Anthropologie unweit des Tahai-Komplexes. Diese einst private Sammlung bildet den Kern der wissenschaftlichen Forschungsbibliothek. Im Jahr 2000 wurde die Bibliothek neu katalogisiert und steht jetzt den Interessenten zur Verfügung.

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Die Inschrift auf der Tafel lautet:

William Mulloy

1917 - 1978

Grande fue - como sus obras -

su amor y entrega ein Rapa Nui.

Hai Hapi - Hai Haka Tutu'u I te Aringa Ora

To'ona hier Rahi MO Rapa Nui:

I Haka Tikea Mai KI.

 

Foto: Peter Hertel

Jean-François de Galaup de la Pérous

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Foto: Duché de Vancy

Geboren am 23. August 1741 in La Gua, Albi; gestorben 1788 bei Vanikoro, Salomonen) war ein französischer Seefahrer, Weltumsegler und Geograph. La Pérouse entstammte einer Patrizierfamilie der südwestfranzösischen Stadt Albi. Im Alter von 15 Jahren ging La Pérouse nach Brest und schlug eine Laufbahn bei der französischen Marine ein. Um besser Karriere zu machen, fügte La Pérouse dem Namen seiner Familie, „de Galaup“', ein Adelsprädikat hinzu, nach einem kleinen Hof der Familie außerhalb von Albi, der La Peyrouse hieß.

Die Rückkehr des Weltumseglers Louis Antoine de Bougainville nach Frankreich im Jahr 1769 inspirierte La Pérouse zu ähnlichen Taten. Von 1772 bis 1776 segelte La Pérouse im Auftrag des französischen Gouverneurs im Indischen Ozean, wo er seine geographischen Kenntnisse vervollständigte. Wegen besonderer Verdienste wurde La Pérouse bei seiner Rückkehr geadelt und befördert. Als Frankreich nach den Entdeckungen des Briten James Cook eine ähnlich prestigeträchtige Fahrt unternehmen wollte, fiel die Wahl des Königs Ludwig XVI 1785 auf La Pérouse. Zwei Schiffe, die Astrolabe und die Boussole, wurden ausgerüstet und eine hochkarätige Truppe von Wissenschaftlern für die Reise zusammengestellt. Ihr Auftrag war die Erforschung der Geographie des Pazifik und der dortigen Handelsmöglichkeiten.

 

Am 1. August 1785 stachen die beiden Schiffe von Brest aus in See. Die erste Station war Teneriffa. Im Januar 1786 wurde Patagonien erreicht.

             

Über Kap Hoorn und die Osterinsel ging es nach Hawaii und weiter nach Alaska. In Alaska knüpfte er Kontakte mit Indianern, bevor er die Küste Kaliforniens erforschte und wegen ihres Reichtums rühmte. Der Winter wurde für die Überfahrt über den Pazifik genutzt. Im Januar 1787 landeten die beiden Schiffe in Macao. Nun wurden die bisher wenig bekannten ostasiatischen Nebenmeere, die Chinesische See und die Japanische See, systematisch erforscht und kartographiert, ebenso wie die große sibirische Halbinsel Kamtschatka. Auf Samoa töteten Eingeborene am 11. Dezember 1787 den zweiten Kapitän und engen Freund La Pérouses, den Wissenschaftler Fleuriot de Langle. Von nun an stand die Reise unter keinem guten Stern.
La Pérouse segelte nach Australien, wo die Engländer gerade Sydney begründeten. Im Februar 1788 schickte er eine Nachricht mit der weiter geplanten Route nach Hause: über Tonga, Neukaledonien und die Salomonen sollte es nach Neuguinea gehen. Doch La Pérouse kam nie dort an. Mannschaft und Schiffe verschwanden spurlos. Man mutmaßt, dass die Schiffe in einen tropischen Wirbelsturm gerieten. 1791 wurden zwei Schiffe ausgerüstet, um nach La Pérouse zu suchen. Doch die Rettungsaktion verlief nicht glücklich. Die Kapitäne d’Entrecasteaux und Houn Kermadec starben auf der Fahrt und die Mannschaft kehrte ohne Ergebnis zurück. Erst eine zweite Expedition auf den Spuren des verschollenen La Pérouse wurde dreißig Jahre später fündig. Jules Dumont d’Urville, dessen Schiff vor der Fahrt auf den Namen von Lapérouses Schiff Astrolabe umgetauft wurde, fand 1828 Teile des Wracks von La Pérouse’ Schiffen, vor der heute zu den Salomonen gehörenden kleinen Insel Vanikoro. Die Eingeborenen waren noch im Besitz vieler Gegenstände der beiden Schiffe, die dort Schiffbruch erlitten hatten.
Zur Auszeichnung des Entdeckers wurden nach ihm benannt: ein Stadtteil von Sydney, zwei Berge in Alaska (Mount Laperouse und Laperouse Glacier), eine Bucht in Hawaii (La Perouse Bay), eine Insel im Nordwesten Hawaiis (La Perouse Pinnacle), eine Bucht in Kanada (La Perouse Bay), eine Bucht auf der Osterinsel (La Perouse Bahia), eine Meerenge zwischen Sachalin und Hokkaid? (die La-Pérouse-Straße), zwei Berge in Tasmanien und Neuseeland, ein Krater auf dem Mond und ein Gymnasium in seiner Geburtsstadt Albi (Lycée Lapérouse).

Jakob Roggeveen

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Grafik: Plischke, Leipzig 1923

Jacob Roggeveen wurde am 1. Februar 1659 in der holländischen Gemeinde Middelburg als dritter Sohn von Arent Roggeveen, einem Astronomen, Mathematiker und Nautiker, geboren. Arent Roggeveen versuchte eine Handelsgesellschaft zu gründen, um die noch unbekannten Länder des Pazifischen Ozeans zu erkunden. Er fand jedoch unter den konservativen holländischen Kaufleuten keine Anteilseigner, so dass er sein Vorhaben nicht umsetzen konnte. Diese Pläne dürften jedoch nicht ohne Einfluss auf den Lebensweg seines Sohnes gewesen sein.
Jacob Roggeveen besuchte zunächst die Lateinschule in seiner Heimatgemeinde, studierte Jura und trat in den Dienst der Niederländischen Ostindienkompanie ein. Ab 1714 hielt er sich in Java auf, wo er zum Mitglied des Obergerichtes in Batavia aufstieg. 1717 kam er nach Holland zurück, um die Pläne seines Vaters zu verfolgen. Von der Niederländischen Westindienkompanie erhielt er drei Schiffe, um nach dem Südmeer zu fahren, dort neue Länder zu entdecken und die sagenhafte Terra Australis Incognita zu suchen.

Mit den Schiffen Arend, Thienhoven, Afrikaansche Galei und insgesamt 260 Mann Besatzung verließ er am 16. Juni 1721 Amsterdam und erreichte im Januar 1722 nach der Umrundung von Kap Hoorn den Pazifik. Während seiner Weltumsegelung entdeckte er am Ostersonntag, dem 5. April 1722 (Roggeveen schreibt 6. April, tatsächlich war der Ostersonntag 1722 am 5. April) die polynesische Insel Rapa Nui für Europa, der er den Namen Paasch Eyland (Osterinsel) gab. Am Tuamotu-Archipel erlitt die Afrikaansche Galei Schiffbruch und musste aufgegeben werden. Roggeveen benannte die Insel daher Het Schadelijk Eyland (heute Taka). Auf seiner Weiterreise nach Neuguinea entdeckte er im gleichen Jahr die zu Samoa gehörenden Inseln Tutuila und Upolu, bevor er am 10. Dezember 1722 mit seiner durch Skorbut geschwächten Mannschaft im damals niederländischen Batavia eintraf. Da ihm vorgeworfen wurde, das Handelsmonopol der Ostindiengesellschaft verletzt zu haben, wurde er arretiert und seine Schiffe beschlagnahmt. In einem späteren Rechtsstreit, der mit einem Vergleich endete, erhielt er jedoch Entschädigung und seine Mannschaft den ausstehenden Sold. Von Batavia kehrte Roggeveen mit dem Rest seiner Mannschaft auf verschiedenen Schiffen in die Niederlande zurück. Er leistete mit seiner Reise einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und Kartierung des Pazifiks. Roggeveen starb im Jahr 1729. 

Katherine Routledge

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Foto: Expedition Routledge

Katherine Maria Routledge (1866-1935) war eine britische Archäologin und leitete eine wissenschaftliche Expedition auf der Osterinsel. Sie war das zweite Kind von Kate und Gurney Pease und wurde in eine wohlhabende Quäkerfamilie in Darlington, Nordengland geboren. Sie studierte an der Somerville Hochschule in Oxford moderne Geschichte. Nach dem zweiten Boer-Krieg (1902) reiste sie nach Südafrika, um über die Wiedereinsetzung englischer Frauen in bestimmte Funktionen in Südafrika nachzuforschen. 

1906 heiratete sie William Scoresby Routledge. Das Paar lebte zunächst bei den Kikuyuleuten in Britisch Ostafrika und veröffentlichte 1910 gemeinsam ein Buch über ihre Forschung.

 

In ihrer frühen Kindheit hatte Routledge schon unter beginnender paranoiden Schizophrenie gelitten. Sie hatte Gehörhalluzinationen und „hörte Stimmen.“ 1910 entschied sie, eine eigene Expedition zur Osterinsel zu organisieren. Sie ließen die Yacht „Mana“ bauen und konnte das Britische Museum und die Königliche Geographische Gesellschaft für ihr Vorhaben interessieren.
 

Sie kam am 29. März 1914 auf der Osterinsel an und errichtete ihr Lager im Bereich von Mataveri und am Rano Raraku. Mit Hilfe des begabten Inselbewohners Juan Tepano interviewte sie die Eingeborenen und katalogisierte die riesigen Statuen. 

Die Expedition grub über 30 Statuen aus. Routledge besuchte auch die Stammesältesten und sammelte Daten zu den Schrifttafeln „rongo rongo“.
 

Die Expedition reiste im August 1915 ab. Sie veröffentlichte ihre Entdeckungen in einem populären Buch „Geheimnis der Osterinsel, 1919. 

 

Routledge schrieb 1891 über sich selbst: „Es war mein Unglück, als Frau mit den Gefühlen eines Mannes geboren zu sein.“ Ihre tragische Biografie zeichnet das Leben einer reichen Erbin, die in Oxford studierte, ihren Weg in einer von Männern beherrschten Welt machte und unser Wissen über die Osterinsel bereicherte, um schließlich dem Wahnsinn zu verfallen und in einer psychiatrischen Anstalt zu sterben, in die sie ihr Mann und ihr Bruder am Ende einweisen ließen.