Wichtige Personen auf der Osterinsel

Auf dieser Seite findet Ihr die Biographien von für die Osterinsel wichtiger Personen

Carl Friedrich Behrens

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Geboren im Jahr 1701 betrat der damals erst 21 Jahre alte Rostocker am 9. April 1722 als erster Europäer die Osterinsel. 

Der mecklenburgische Korporal gehörte zur Besatzung des holländischen Admirals Jacob Roggeveen, der mit drei Schiffen im Auftrag der Westindischen Handelsgesellschaft auf der Suche nach dem Südkontinent am Ostersonntag, dem 5. April 1722 die polynesische Insel Rapa Nui entdeckte, die er „Paasch Eylandt" - Osterinsel, nannte. 

Roggeveen selbst, zum Zeitpunkt der Expedition bereits über 60 Jahre alt, setzte nie einen Fuß auf die Osterinsel. 

1735 erschien die in Leipzig verlegte Reisebeschreibung von Carl Friedrich Behrens, die zwei Jahre später erneut aufgelegt wurde. Sie wurde auch in französischer Sprache veröffentlicht und war „Bestseller“ ihrer Zeit.

James Cook

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Seine Geburt ist im Pfarrregister von St. Cuthbert in Yorkshire, verzeichnet mit dem Eintrag  27. Oktober 1728. James, Sohn des Tagelöhners James Cook und seiner Frau Grace. Der Knabe, eines von neun Kindern, durfte auf Kosten des Dienstherrn seines Vaters die Dorfschule besuchen und hatte entsprechende Kenntnisse im Lesen, Rechnen, Schreiben und der Arithmetik. Als er siebzehn Jahre alt war, wurde er auf Wunsch seines Vaters Gehilfe in einer Gemischtwarenhandlung.
Cooks seemännische Laufbahn begann im Alter von 18 Jahren auf Kohletransportschiffen zwischen Newcastle und London. Seine Fähigkeiten brachten ihn zwar gut voran, er wechselte aber Mitte 1754 unter finanziellen Einbußen zur Royal Navy. Von 1764 bis zum Ende des Jahres 1767 hatte er für seine Vermessungsarbeit durch die Vermittlung von Sir Hugh Palliser, damals Gouverneur von Neufundland, das Kommando über den kleinen Schoner Grenville erhalten, den er auch mehrmals und schnell über den Atlantik segelte, was seine Qualitäten als Seemann bewies. Während der Winterzeit war er nämlich im Auftrag der Admiralität in England mit dem Erarbeiten von Seekarten und Segelhandbüchern anhand seiner Messdaten vom Sommer befasst. Sein Ruf als Schiffsführer und Kartograf brachte dem ehrgeizigen jungen Leutnant die Berufung zur berühmten Pazifikreise ein. Nachdem die Besatzung der Endeavour am 28. April 1770 in der Botany Bay als erste Europäer die Ostküste Australiens betreten hatte, segelte er nordwärts, weiterhin kartografische Informationen sammelnd. 

 

Die zweite Südseereise begann am 13. Juli 1772 in Plymouth. Cook nahm über Kapstadt, wo er ab Ende Oktober einen dreiwöchigen Aufenthalt einlegte, Kurs auf Kap Circumcision auf rund 54 Grad Süd. Am 51. Breitengrad traf man zum ersten Mal auf Eisberge. Am dritten Januar 1773 stand man etwa fünf Grad südlicher als das von Bouvet entdeckte Festland. Da der Südwinter näher rückte, bewegte Cook sich danach auf die Tropen zu. Am 2. August stand er nahe der von Carteret angegebenen Position Pitcairns, doch dort lag die Insel mit Sicherheit nicht.  Anfang September segelte er weiter und traf Anfang Oktober bei den Tongainseln ein, wo er sehr freundlich bewirtet wurde, was ihn zur Bezeichnung Freundschaftsinseln veranlasste.  
Er wandte sich wieder Richtung Neuseeland, das er am 21. September sichtete.  Cook erreichte am 11. März 1773 die Osterinsel, notierte dort "Trinkwasser, so schlecht, kaum wert, an Bord gebracht zu werden", und segelte durch die Tuamotus und Melanesien nochmals nach Tahiti (22. April), den Neuen Hebriden, und nochmals Neuseeland, wobei er noch Neukaledonien entdeckte. 

Nach der HMS Adventure befragt, wichen die neuseeländischen Maori aus. Später stellte sich heraus, dass ein Landungsboot mit elf Männern angegriffen, die Männer getötet und möglicherweise verzehrt worden waren. 

Die HMS Adventure hatte Ende 1773 Neuseeland verlassen und war im Juli 1774 um Kap Hoorn segelnd in England angelangt. Sie hatte damit als erste die Erde auf östlichem Kurs umsegelt.
Cook entdeckte am 24. Dezember 1777 Christmas Island und beobachtete am 30. Dezember eine weitere Sonnenfinsternis auf Eclipse Island. 
Als ihn der Winter aus den hohen Breiten vertrieb, nahm Cook am 26. Oktober 1778 wieder Kurs auf die Sandwichinseln (Hawaii), wo er Ende Dezember in der Kelakekua-Bucht anlangte, zum Zeitpunkt eines Festes zu Ehren des Gottes Lono.  

Ob er für den Gott selbst gehalten wurde, ist ein langjähriges Streitthema. Fest steht, dass seine Mannschaft durch ihr Verhalten die Einheimischen bald eines anderen belehrte. Spätestens als ein verstorbener Matrose an einem Platz beerdigt wurde, der nur Häuptlingen zustand, muss sich die Einstellung der Hawaiier gegen ihre Gäste gewendet haben. Da Cook zwei Tage später, am 4. Februar, aufbrach, kam es nicht mehr zu Tätlichkeiten. Als er jedoch am 11. Februar wieder zurückkehrte, um einen im Sturm beschädigten Mast der HMS Resolution zu ersetzen, waren die Beziehungen ruiniert. Es kam zu mehreren Diebstählen, und den Versuch, den König dafür als Geisel zu nehmen, bezahlte Cook am 14. Februar 1779 mit seinem Leben.

Claudio P. Cristino

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Claudio Cristino war  20 Jahre als Archäologe auf der Osterinsel tätig.
Er ist Dozent für Vorgeschichte an der Chilenischen Universität, stellte Studien über die Osterinsel an, arbeitete mit dem Amt für Archäologie von Französisch-Polynesien zusammen und ist Direktor der Ostpazifik Forschungsgemeinschaft (Maryland/USA), welche wissenschaftliche Projekte im Ostpazifik finanziert.

 

Cristinos Verbindung zur Osterinsel kam 1976 zustande, als er nach beendetem Studium sich an der Rekonstruktion des Vogelkultzentrums Orongo beteiligte. 

In den drauffolgenden Jahren grub er aus, restaurierte den Ahu o Kava und viele andere Zeremonialstätten. 1978 gründete er das Institut für Osterinselstudien an der Universität Chile und agierte als dessen erster Direktor bis 1985. Von der Mitte der 80iger Jahre bis 1990, lebte und arbeitete er in französisch Polynesien und trug zur Organisation der archäologischen Übersicht dieser Inseln bei. 

Cristino war Museumsdirektor auf der Osterinsel und wurde bei den Dreharbeiten zu dem Film „Rapa-Nui“ von Hollywood als Berater beschäftigt, war aber mit diesem Job nicht zufrieden, weil man wenig auf seinen Rat Wert legte.
 

1992 bekam er den Auftrag zur Rekonstruktion des Ahu Tongariki (bis 1997). Danach veröffentlichte er mehrere Arbeiten über Anthropologie, Ethnologie und Ethnogeschichte der Osterinsel. Claudio Cristino lebte im Sommer 2007 in Santiago de Chile.