Fauna

Die Tiere am Nabel der Welt

Die Osterinsel besitzt im Vergleich zu anderen Gegenden der Erde eine leicht überschaubare und wenig artenreiche Fauna. Wirklich frei leben nur die Vögel, Meerestiere, einige wilde Katzen und Hunde, Mäuse und Ratten. Der Vorteil für Insulaner und Besucher: Es gibt keine giftigen Schlangen und keine Skorpione, die man fürchten müsste.

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Überall auf der Insel begegnen dem Besucher Pferde. Foto: Moritz Hertel

Pferde werden auf der Insel als Hobby von ein paar jungen Insulanern gehalten und durch Brandzeichen markiert. Zukünftig soll die Zahl der Pferde drastisch reduziert werden, um weitere Schäden an Natur und vor allem an den Weltkulturgütern zu verhindern. Die Tiere reiben sich oft an den Statuen und verursachen damit Schäden.

 

Auf der Insel laufen mehr als 3.000 Pferde frei herum. Die Besitzer kümmern sich aber leider nur in wenigen Fällen um „ihre“ Tiere. Viele sterben  durch Vergiftungen mit einer Pflanze.

 

Hühner sind seit Jahrhunderten eine willkommene Nahrungsgrundlage der Insel. Für sie wurden vermutlich steinerne Hühnerhäuser, um sie zu schützen, in der Nähe der Siedlungen gebaut.

 

Etwa 2.000 Rinder bevölkern ebenfalls die Landschaft und werden vor allem von Landbesitzern gehalten.

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Das ist für uns eines der romantischsten Fotos: Kuh und Palme auf der einsamsten Insel der Erde. Foto: Moritz Hertel

Es gibt auf der Insel keine nennenswerte Milch- und Fleischwirtschaft. Milchprodukte werden

aus Chile und Neuseeland, Fleischprodukte aus Argentinien und Brasilien eingeführt. Bei unserem ersten Besuch 2003 gab es kaum Milch und man rührte als Ersatz dafür das importierte Milchpulver an. Das kommt per Luftfracht aus Chile. 

Eine Milchverarbeitungsstelle gibt es nicht, dafür ist der Verbrauch zu gering. Private Erzeuger verkaufen etwas Milch und Frischkäse.

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Hunde sind auch hier meist treue Begleiter der Menschen. Sie sind gut erzogen und warten immer, bis ihnen ein Stück Fleisch zugeteilt wird. Allerdings wird man am sehr frühen Morgen noch vor den Hähnen durch das Hundegebell geweckt. Foto: Peter Hertel

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In einer Nische oben am Kraterrand des Rano Raraku brüten die Seeschwalben. 

Foto: Peter Hertel

Anhand von Knochenfunden sind ungefähr 27 Seevogelarten nachgewiesen worden, die einst auch auf der Hauptinsel Rapa Nui gebrütet haben. Von diesen sind heute nur noch elf Arten vorhanden. Der Rotschwanz-Tropikvogel brütet nur auf den vorgelagerten Motus-Inseln.

 

Die überraschendste Tierbegegnung auf der Insel hatten wir bei unserem ersten Besuch mitten in der ersten Nacht. Plötzlich fiel etwas lautstark auf das Kopfkissen. Nach der eiligen Suche des Lichtschalters, stellte sich heraus, dass ein Geko auf dem Kissen saß. Er wurde sanft nach draußen befördert, was eine gute Tat war, wie unser Reiseführer am nächsten Tag bestätigte. Geckos tapsen nachts kopfüber an der Decke und jagen lästige Insekten. Was durchaus von Vorteil ist, wenn sie nicht gerade die Balance verlieren!

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Geckos sind, wenn  man sie einmal kennengelernt hat, die Freunde der Reisenden. Sie jagen nächtens lautlos Insekten, die uns viel mehr ärgern könnten. Foto: Moritz Hertel

Hier wollen wir noch die Bienen der Osterinsel erwähnen. Sie sind etwas ganz besonderes.

Sie sind frei von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Milben oder Pilzen. Sie wurden schon ab 1866 von den Missionaren eingeführt. Heute gibt es eine Genossenschaft die Bienen züchtet und gesunden Honig (Meri Henua) produziert. Es ist zudem untersagt Honig oder Bienen von Chile oder dem Ausland einzuführen.

 

Alles in allem bietet die Osterinsel eine sehr freundliche Tierwelt, die ihren Besuchern nichts antut.