Schulen

Moderne Schulen auf Rapa Nui

Mit der Ankunft Pater Eugene Eyrauds und den Missionaren aus Tahiti im Jahr 1864, begann auf der Osterinsel eine erste Ausbildung. Den Kindern wurde Lesen, Schreiben und Mathematik in tahitianischer Sprache beigebracht. Dabei wurden einige Wörter der tahitianischen, französischen und englischen Sprache eingeführt, was zur Vermischung mit der alten Rapa Nui-Sprache führte. Sie wurde damals von nur wenig alten Einwohnern noch gesprochen. Damals bürgerte sich auch der tahitianische Gruß Iorana, der vom englischen “Your Honour “ abstammt, auf der Insel ein. 

 

Bereits 1871, also nach sieben Jahren, mussten die Missionare wieder die Osterinsel verlassen und es war mit der Schulbildung vorbei. Sie fuhren damals mit über 300 Insulanern zu ihrer  Mission nach Mangareva, der größten Insel des Archipels der Gambierinseln im östlichen Südpazifik (Französisch-Polynesien), zurück. Weitere 230 Insulaner wurden durch Dutrou-Bornier auf die Plantagen in Tahiti verschleppt. Er wollte auf der Insel eine große Schafzucht aufbauen und brauchte dort die Menschen nicht mehr.

 

Damit blieben nur 175 Einwohner auf Rapa Nui zurück. Christian Schmidt, der deutsche Verwalter Borniers, führte mit den verbliebenen Kindern einen Bibelunterricht fort, um die Schulbildung nicht völlig zu beenden.

 

Nach der Annexion der Insel durch Chile im Jahre 1888 sollte der Staat sich der Schule in Rapa Nui annehmen, doch der hatte offenbar damals auch noch keinen Plan. Ab 1917, also rund 30 Jahre später, bemühten sich dann die Angestellten der Marine um eine Mindestausbildung der Kinder. 

 

Erst 1934 übernahm das chilenische Erziehungsministerium die Schulbildung auf der Osterinsel. Dies konnte allerdings die Fortführung des Unterrichts auch nicht lange gewährleisten. Wieder sprang die Katholische Kirche ein. Ab 1956 entstand ein öffentlich-privates Erziehungsunternehmen, ebenfalls durch die religiöse Gemeinde. Damals fand der Unterricht bis zur 6. Klasse statt. 1963 gab es immerhin schon 283 Schüler. 

 

Erst in den 1990-iger Jahren wird der Erziehungsplan für eine interkulturelle und zweisprachige Schulung eingeführt, das heißt, die Sprache Rapa Nui wird nun wieder in den ersten sechs Jahren gelehrt.

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Wir durften 2004 am Unterricht einer Klasse in der Grundschule Colegio Lorenzo Baeza teilnehmen. Foto: Tim Gernitz

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In unmittelbarer Nähe der ehemaligen Leprastation entstand ab 2003 ein modernes Gymnasium.

Foto: Peter Hertel

2021 gibt es auf der Insel vier Schulen, darunter ein modernes Gymnasium (Aldea Educativa). Die Grundschule trägt den Namen Colegio Lorenzo Baeza. Zwei private katholische Schulen heißen Hermano Eugenio Eyraud und San Sebastian de Akivi. Insgesamt lernen in diesem Jahr rund 1.400 Schüler auf der Osterinsel.