Wasser

Versorgung der Osterinsel mit Trinkwasser

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Das Trinkwasser der Osterinsel ist wohlschmeckend und von guter Qualität. Es stammt aus Regenwasser, welches sich im porösen Inselkern sammelt und mit Pumpen an zwei Stellen in Vorratsbehälter gepumpt wird. Foto: Tim Gernitz

Trinkwasser am Inselufer

Die alten Siedlungen der Osterinsel befanden sich aber interessanterweise ringsum an den Küsten. Frühe Reisende hatten schon berichtet, was die Welt verwunderte: Pferde sollen am Ufer des Pazifiks Salzwasser getrunken haben. 

 

Diesen scheinbaren Widerspruch wollen wir jetzt klären:

Die Insel besteht aus Lavatuff und dieser kann bis zu einem Drittel seines Volumens Wasser aufnehmen und wird so zu einem natürlichen Wasserspeicher. Deutlich zu sehen ist das an den vorgelagerten Inseln, den Motus, von denen das durch die See hoch gespülte Wasser wie aus einem Sieb sofort wieder herausläuft.

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In dem künstlichen Wasserloch an einem Strand sammelt sich bei Ebbe Trinkwasser aus dem Inselinnern und kann von dort auch zum Tränken von Nutztieren, wie hier an der Westküste, abgepumpt werden. Foto: Moritz Hertel

Natürlich dringt auch das salzhaltige Pazifikwasser bei Flut in das poröse Inselinnere und bildet, da es schwerer als Trinkwasser ist, gewissermaßen den Boden des natürlichen Speichers. Bei Ebbe läuft nun das Salzwasser aus dem Inselinneren wieder ins Meer zurück. Dem folgt das darüber liegende Trinkwasser und tritt an den Küsten aus. 

Hier haben die Menschen schon seit Jahrhunderten kleine gemauerte Brunnen gebaut, die eine Entnahme des Trinkwassers mit möglichst geringer Verunreinigung durch Salzwasser ermöglichen. Untersuchungen ergaben, dass dieses Brackwasser in den meisten Fällen auch trinkbar ist.

 

An der Westküste der Insel kann man diese Brunnen sehen. An zwei Stellen wird hier das Wasser mit einer Pumpe in die Tränken für Rinder geleitet. Handelt es sich hier um Stellen, die die Bewohner in früheren Zeiten als Trinkwasserquellen nutzten? Frischwasser soll an einigen Bereichen auf Meeresspiegelhöhe direkt an der Küste ins Meer ablaufen.

 

Auch heute nutzen die Insulaner das in der Insel gespeicherte Wasser zur Versorgung mit Trinkwasser.

 

Josef Schmid, Reiseführer auf der Osterinsel, hat das jährliche Trinkwasserdargebot auf der Insel nachgerechnet: Die Inselfläche beträgt rund 160 Quadratkilometer. Auf diese fallen pro Jahr etwa 1,2 bis 2 Meter Niederschlag. Das ergibt ein Menge von rund 160 Millionen Kubikmeter, größtenteils gespeichert im Untergrund der Insel. Teile davon laufen aller sechs Stunden bei Ebbe am Ufer zurück in den Ozean und werden hier zum Teil zum Tränken der Tiere genutzt. 

2010 verbrauchten die Menschen nur etwa 5 Prozent der Gesamtmenge und dies trotz undichter Leitungen, Autowaschen, Waschmaschinen, täglichem mehrmaligem Duschen und gießen der Gärten. Es gab in diesem Jahr 3.000 Autos auf der Insel, 7.000 Einwohner und 100.000 Touristen jährlich.